»JobCenter« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Telefonische Unerreichbarkeit soll weiterhin gesichert bleiben

Dieser Widerspruchsbescheid des »JobCenters« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg (Träger-Nummer 96202) wurde uns von einem Berliner Sozialberater gespendet.

Der Bescheid zeigt, wie das »JobCenter« die telefonische Unerreichbarkeit seiner Mitarbeiter*innen zu verteidigen versucht. Wie auch schon in der Vergangenheit andere »JobCenter«, so schwadroniert auch das »JobCenter« in Friedrichshain-Kreuzberg viel über eine angebliche Bedrohung, die bestehen würde, wenn seine Mitarbeiter*innen telefonisch erreichbar seien.

Doch nach wie vor gilt: Zum einen wurde noch nie durch einen Telefonanruf einem Menschen ein körperlicher Schaden zugefügt; zum anderen haben Leistungsberechtigte einen Rechtsanspruch darauf, zu erfahren, wer ihre Sachen bearbeitet und wer die sie betreffenden Bescheide erlässt. Schon von daher lassen sich die Namen dieser Mitarbeiter*innen nicht geheim halten.

Dafür, dass das »JobCenter« seitenlang aus einem Urteil zitiert, dass in einer anderen Sache ergangen ist, berechnet es Kosten in Höhe von EUR 30,00.

Einer gedanklichen Auseinandersetzung damit, dass der Antragsteller – wenn schon Leistungsberechtigen keine Rufnummern mitgeteilt werden sollen – wegen seiner Tätigkeit als Sozialberater sehr wohl ein Interesse daran hat, die Mitarbeiter*innen des »JobCenters« direkt telefonisch erreichen zu können, weicht das »JobCenter« in seinem Widerspruchsbescheid aus.

Das »JobCenter« Friedrichshain-Kreuzberg gehört zu den vielen »JobCentern«, die der Bundesagentur für Arbeit Geld dafür zahlen, dass diese durch die Bereitstellung eines Call-Centers die telefonische Unerreichbarkeit der Mitarbeiter*innen des »JobCenters« sicher stellt.

Doch die Maßnahmen zur telefonischen Unerreichbarkeit kosten das Gemeinwesen noch ein weiteres Mal Geld: Denn in vielen Gemeinden – auch in der Bundeshauptstadt Berlin – werden Sozialberatungsstellen mit öffentlichen Mitteln gefördert. Auch deren Sozialberater*innen werden von »JobCentern« und der Bundesagentur für Arbeit dazu gezwungen, ihre Arbeitszeit in den Warteschleifen des Call-Centers zu verwarten.

Neben diesen Aspekten wäre interessant zu erfahren, wo eigentlich das Verwaltungsgericht, dessen Urteil im Widerspruchsbescheid ausführlich zitiert wird, anruft, wenn es auf eine Akte aus dem »JobCenter« wartet? Im Call-Center der Bundesagentur für Arbeit? Oder wählt die Geschäftsstelle des Verwaltungsgerichts nicht doch auch direkt in der Rechtsstelle des »JobCenters« an?

Wir werden in den kommenden Wochen in dieser Sache nachfassen.

»JobCenter« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Widerspruchsbescheid vom 6. Oktober 2015 wegen Einsicht in dienstliches Telefonverzeichnis, Seite 1.
»JobCenter« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Widerspruchsbescheid vom 6. Oktober 2015 wegen Einsicht in dienstliches Telefonverzeichnis, Seite 1.
»JobCenter« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Widerspruchsbescheid vom 6. Oktober 2015 wegen Einsicht in dienstliches Telefonverzeichnis, Seite 2.
»JobCenter« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Widerspruchsbescheid vom 6. Oktober 2015 wegen Einsicht in dienstliches Telefonverzeichnis, Seite 2.
»JobCenter« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Widerspruchsbescheid vom 6. Oktober 2015 wegen Einsicht in dienstliches Telefonverzeichnis, Seite 3.
»JobCenter« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Widerspruchsbescheid vom 6. Oktober 2015 wegen Einsicht in dienstliches Telefonverzeichnis, Seite 3.
»JobCenter« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Widerspruchsbescheid vom 6. Oktober 2015 wegen Einsicht in dienstliches Telefonverzeichnis, Seite 4.
»JobCenter« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Widerspruchsbescheid vom 6. Oktober 2015 wegen Einsicht in dienstliches Telefonverzeichnis, Seite 4.
»JobCenter« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Widerspruchsbescheid vom 6. Oktober 2015 wegen Einsicht in dienstliches Telefonverzeichnis, Seite 5.
»JobCenter« Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Widerspruchsbescheid vom 6. Oktober 2015 wegen Einsicht in dienstliches Telefonverzeichnis, Seite 5.

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